Stadtranderholung im Sommer 2008

Stadtranderholung: „Eine Reise um die Welt in 10 Tagen“


In diesem Jahr haben 24 mehrfach behinderte Menschen im Alter zwischen drei und 70 Jahren teilgenommen, für die 25 Betreuer zur Verfügung standen. Die unterschiedlichen Altersgruppen machen die Stadtranderholung zu etwas ganz Besonderem. So unterschiedlich wie die Teilnehmer sind, sind auch die Betreuer. Manche sind Schüler oder Studenten, Rentner, Heilerziehungspfleger oder Erzieher. Viele üben auch einen völlig anderen Beruf aus, sind z.B. Maschinenschlosser. Und genau diese Menschen sind es, die am Ende der „Stadtrand“ so fasziniert sind! Ein Betreuer z.B. konnte sich die Arbeit mit behinderten Menschen am Anfang gar nicht vorstellen. Er hatte Bedenken, etwas falsch zu machen. Nach den zwei Wochen sagte er: „Soviel und so von Herzen wie hier mit den Menschen habe ich schon lange nicht mehr gelacht. Nächstes Jahr bin ich auf jeden Fall wieder dabei!“ Solche Aussagen machen Freizeit-Leiterin Sophie Scheler glücklich.

die ganze Mannschaft der Stadtranderholung im Sommer 2008

Die Freizeit in diesem Jahr stand unter einem besonderen Motto – „Eine Reise um die Welt in 10 Tagen“. Jeder Teilnehmer erhielt einen Reisepass. Auf der Vorderseite wurden Name und Alter eingetragen, auf der Rückseite waren zehn Kästchen, für jeden Tag eines. Am Anfang des Tages wurde ein passendes Lied zum jeweiligen Ausflugsziel gesungen. So konnte sich jeder auf die Reise einstimmen. Sogar das Mittagessen war jeweils auf die besuchten Länder abgestimmt. Und am Tag-Ende wurde jedem Teilnehmer ein Sticker in ein Kästchen geklebt.

Erster Tag: Reisestart in Deutschland mit Erkundung des Sees (Vogelstang), der Felder und Wiesen in der Umgebung. Zum Essen gab es Kartoffelbrei mit Würstchen, Erbsen und Karotten. Zweiter Tag: Wild Wild West mit einem Ausflug in den Herzogenriedpark. Auf dem Speiseplan stand Chili con Carne. Dritter Tag: Auf zum Amazonas mit dem Kakadu mit einem Ausflug in den Luisenpark. Heute gab es Verduras con Arroz (Gemüse mit Reis). Vierter Tag: Der Zirkus wartet. Passend dazu gab es Zirkusspätzle mit Quatschkäse. Fünfter Tag: Lasst uns plantschen in der Südsee – mit Lunchpaketen. Sechster Tag: Der Orientexpress – Auf zum Basar und lasst uns Taschen batiken. Heute gab es – was wohl – „Döner macht schöner“! Siebenter Tag: Mit den Bergziegen in die Schweizer Alpen – mit Frühstück im Wormser Tierpark. Zum Mittag gab es Züricher Geschnetzeltes mit Rösti. Achter Tag: La bella Italia – Mal schau’n? Heute gab es, wie kann es anders sein, Pasta alla Bolognese. Neunter Tag: Schwipp Schwapp Schwibbel di Schwapp – Auf in’s Meer. Auf der Speisekarte stand Fisch mit einer leckeren Beilage. Zehnter Tag: Zurück nach Deutschland – mit Hot Dog und Burger.

Die Teilnehmer der Stadtranderholung wurden morgens von den Betreuern mit Bussen abgeholt und am Nachmittag ca. 16 Uhr wieder nach Hause gebracht. Der Tag startete um 9 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück, danach etwas erfrischen und das Programm konnte beginnen. An den meisten Tagen war es so, dass direkt nach dem Frühstück der Ausflug gestartet wurde, um zum Mittagessen wieder im Haus zu sein. In diesem Jahr wurde von den Betreuern erstmals selbst gekocht, um flexibler zu sein. Nach dem Mittagessen gab es für einen Teil der Teilnehmer eine Ruhepause, andere haben in Kleingruppen etwas unternommen, z.B. Spaziergänge zum Vogelstangsee, haben musiziert oder sich auf dem Trampolin bewegen lassen.

Bevor es am Nachmittag nach Hause ging, wurde ein Abschiedslied gesungen. Am letzten Tag gab es eine Abschlussfeier, zu der Eltern und Bekannte der Teilnehmer eingeladen wurden. Dabei ließ man die zehn Tage Stadtrand noch mal Revue passieren. Und da in diesem Jahr u.a. Zirkus auf dem Programm stand, hatten einige Teilnehmer mit den Betreuern eine Klanggeschichte eingeübt die so gut gelungen war, dass man sie den Eltern und Bekannten vorgeführt hat.

Mit einem gemeinsamen Abschiedslied ging die diesjährige Stadtranderholung zu Ende – und alle freuen sich schon auf das nächste Jahr, Teilnehmer ebenso wie Betreuer und Leiterin Sophie, für die die zweiwöchige Stadtranderholung jedes Mal ein einmaliges Erlebnis ist.